Im Launch soll Social Media nebenbei laufen: Posts vor dem Webinar, Storys während der Verkaufsphase, Erinnerungen, Fragen beantworten. In der Praxis frisst genau das die meiste Zeit, weil jeder Post bei null anfängt. Idee suchen, Hook formulieren, Grafik gestalten, Caption schreiben, einplanen.

Für meinen eigenen Instagram-Kanal habe ich das komplett mit Claude aufgesetzt: vom Redaktionsplan über die Hooks bis zu den fertigen Grafiken im Design meiner Website. So liegen inzwischen 49 Karussell-Folien und 9 Reels fertig vor. In diesem Beitrag zeige ich dir, wie das funktioniert und wie du aus einem einzigen Webinar Content für deine ganze Verkaufsphase machst.

Das Wichtigste in 30 Sekunden:

  • Deine Regeln zuerst: Claude klingt nur dann nach dir, wenn du ihm einmal sagst, wie du schreibst. Diese Regeln merkt es sich.
  • Ein Webinar, viele Posts: Aus dem Transkript deines Webinars entstehen Posts, Storys, Reel-Ideen und die Replay-Mail.
  • Eigener Redaktionsplan: Claude erstellt dir einen Plan als kleines Tool mit Status, Datum und Caption, statt einer losen Liste.
  • Freigabe bleibt bei dir: Claude schlägt vor, du entscheidest. Jede Zahl und jede Aussage prüfst du, bevor ein Post rausgeht.

Mein Workflow: So entsteht bei mir ein Post

  1. Regeln hinterlegen: Wie meine Hooks aufgebaut sind, welche Wörter ich nicht benutze, wie meine Grafiken aussehen und dass jeder Post genau einen Aufruf hat. Das habe ich Claude einmal erklärt, es merkt sich das für alle weiteren Posts.
  2. Ideen aus meinen Inhalten: Claude zieht Themen aus meinen Blogbeiträgen und Tools, zum Beispiel aus dem Launch-Rechner. So zahlt jeder Post auf etwas ein, das es auf meiner Website wirklich gibt.
  3. Hooks zur Auswahl: Für jeden Post bekomme ich mehrere Hook-Varianten nach meinen Mustern. Ich wähle aus oder formuliere um.
  4. Grafiken im eigenen Design: Claude erstellt die Karussell-Folien, Notizzettel-Posts und sogar animierte Cover als Video, in meinen Farben und Schriften. Dafür nutze ich Claude Code.
  5. Alles im Redaktionsplan: Jeder Post landet mit Datum, Status, Caption und Bildern in einem Redaktionsplan, den Claude als eigenes kleines Tool erstellt hat.
  6. Freigabe: Erst wenn ich einen Post freigebe, gilt er als fertig.
Beispiel für einen Redaktionsplan, erstellt mit Claude: Spalten Ideen, Entwurf, Bereit und Geplant mit Post-Karten, Hooks und Covern
So kann dein Redaktionsplan in Claude aussehen (Beispielinhalte).

Deine Stimme festlegen: Regeln, die Claude sich merkt

Der häufigste Fehler: Man bittet die KI um „einen Instagram-Post über Launch-Fehler“ und bekommt genau den Post, den tausend andere auch bekommen. Der Unterschied entsteht nicht im einzelnen Auftrag, sondern in den Regeln, die du vorher festlegst. Ein paar Beispiele aus meinen eigenen:

  • Der Hook muss in 3 Sekunden verstanden werden. Keine rätselhaften Wortspiele, die Aussage steht direkt im ersten Satz.
  • Statement statt Liste. Lieber eine klare Meinung in einem Satz als „5 Tools, die du brauchst“. Die Liste darf innen kommen.
  • Genau ein Aufruf pro Post. Entweder eine Frage in die Kommentare oder ein Stichwort für den nächsten Schritt, nie beides.
  • Verbotene Wörter. Bei mir zum Beispiel Floskeln wie „nächstes Level“ oder „Gamechanger“.
  • Optik. Farben, Schriften, ein betontes Wort pro Cover.

Diese Regeln hinterlegst du in Claude als Anweisungen in einem Projekt oder als Skill. Dann gelten sie automatisch für jeden neuen Post, ohne dass du sie jedes Mal wiederholst.

Vom Webinar zum Content für die ganze Verkaufsphase

Dein Webinar ist die beste Content-Quelle, die du im Launch hast. Darin stecken deine wichtigsten Aussagen, Beispiele und die echten Fragen deiner Teilnehmer. So machst du daraus Content:

  • Transkript holen: Über die Zoom-Verbindung kann Claude Aufzeichnungen, Transkripte und Zusammenfassungen deiner Meetings abrufen. Voraussetzung ist eine Zoom-Workplace-Lizenz mit eingeschalteten KI-Funktionen. Alternativ lädst du das Transkript einfach als Datei hoch.
  • Aussagen herausziehen: Lass dir die zehn stärksten Aussagen und Beispiele aus dem Webinar heraussuchen. Jede davon ist ein Post.
  • Fragen sammeln: Die Fragen aus dem Live-Chat sind Gold. Jede Frage wird zu einer Story oder einem Reel, und die häufigsten beantwortest du in der Mail am nächsten Tag.
  • Auf die Phasen verteilen: Lass Claude die Ideen auf deine Verkaufsphase verteilen. Am Anfang das Angebot, in der Mitte Sorgen und Fragen, am Ende der letzte Aufruf.

Welche Mails du in welcher Phase brauchst, steckt übrigens schon im Launchmail-Generator. Social Media und Mails erzählen so dieselbe Geschichte.

Grafiken: Canva oder eigene Vorlagen

Für die Gestaltung hast du zwei Wege:

Über die Canva-Verbindung

  • Claude befüllt deine bestehenden Canva-Vorlagen mit Text
  • Du gestaltest weiter in Canva, wie gewohnt
  • Kein technisches Setup nötig

Mit eigenen Vorlagen über Claude Code

  • Claude erstellt Folien direkt im Design deiner Website
  • Viele Posts auf einmal, auch animierte Cover
  • Braucht etwas Einarbeitung, ab dem Pro-Plan

Ich nutze den zweiten Weg, weil meine Posts so automatisch zu meiner Website passen. Für den Anfang ist Canva der einfachere Einstieg.

Dein Redaktionsplan als eigenes Tool

Statt einer Tabelle, in der Ideen und Entwürfe durcheinander stehen, kannst du dir von Claude einen Redaktionsplan als sogenanntes Artifact erstellen lassen: mit Spalten für Ideen, Entwürfe, freigegebene und geplante Posts, mit Datum, Format, Caption und Cover. Ab dem Pro-Plan kann so ein Artifact Daten speichern, deine Einträge bleiben also erhalten.

Der Vorteil: Claude kann direkt in diesen Plan schreiben. Sagst du „Mach aus dem Webinar acht Post-Ideen“, landen sie dort, wo du sie brauchst, und nicht irgendwo im Chatverlauf.

Einplanen mit einem Agenten

Der letzte Schritt ist das Einplanen. Auch den kann Claude übernehmen:

  • Über ein Planungstool: Metricool zum Beispiel bietet eine Verbindung zu Claude, über die Beiträge geplant oder zur Freigabe angelegt werden. Du siehst sie in Metricool und gibst sie dort frei.
  • Als wiederkehrende Aufgabe: In den bezahlten Plänen kannst du Claude jede Woche zur selben Zeit Vorschläge für die nächste Woche erstellen lassen, auf Basis deines Plans und deiner Regeln.

Wie du mehrere solcher Agenten zusammenarbeiten lässt, zeige ich dir im Beitrag zu KI-Agenten im Launch.

Was du nicht automatisieren solltest

Meine wichtigste Lektion: Alles prüfen

Bei einem meiner Posts hat Claude einen Satz vorgeschlagen, der nach einer eigenen Erfahrung von mir klang, die es so nie gab. Klang gut, war aber nicht wahr. Seitdem gilt bei mir: Jede Zahl, jede Ich-Aussage und jeder Tool-Name wird geprüft, bevor ein Post freigegeben wird.

  • Kommentare und Nachrichten: Antworte selbst. Gerade in der Verkaufsphase entscheidet das persönliche Gespräch.
  • Kundengeschichten: Nur mit ausdrücklicher Zustimmung deiner Kunden, und nie automatisch aus Mails oder Chats übernommen.
  • Zahlen und Ergebnisse: Nur echte, belegte Zahlen. Lieber keine Zahl als eine geschönte.

Was dich das spart

In meiner Rechnung zur Launch-Vorbereitung mit Claude habe ich für die Social-Media-Posts eines Launches 6 Stunden angesetzt. Beim durchschnittlichen Stundensatz für Marketing & Kommunikation von 94 € laut Freelancer-Kompass 2026 sind das 564 € pro Launch, die du nicht an einen Dienstleister zahlst. Der größere Gewinn ist aber ein anderer: Du fängst nicht mehr bei jedem Post bei null an.

Häufige Fragen zu Social Media mit Claude

Klingen Posts von Claude nicht alle gleich?

Ohne Vorgaben ja. Mit deinen eigenen Regeln für Hooks, Wortwahl und Aufbau und mit deinen echten Inhalten, zum Beispiel aus deinem Webinar, klingen sie nach dir. Den letzten Schliff gibst du trotzdem selbst.

Kann Claude auch Grafiken für Instagram erstellen?

Ja, auf zwei Wegen: Über die Canva-Verbindung befüllt Claude deine Canva-Vorlagen. Mit Claude Code erstellt es Folien direkt in deinem Design, auch viele auf einmal.

Kann Claude meine Posts direkt veröffentlichen?

Über Verbindungen zu Planungstools wie Metricool kann Claude Beiträge planen oder zur Freigabe anlegen. Ich empfehle dir, jeden Post vor der Veröffentlichung selbst freizugeben.

Brauche ich dafür den bezahlten Plan?

Für erste Posts und Hooks reicht der kostenlose Plan. Für einen Redaktionsplan, der Daten speichert, für wiederkehrende Aufgaben und für Claude Code brauchst du mindestens den Pro-Plan.

Wie viele Posts brauche ich für einen Launch?

Das hängt von deinem Kanal und deiner Verkaufsphase ab. Wichtiger als die Menge ist, dass jeder Post auf dein Webinar oder dein Angebot einzahlt und genau einen Aufruf hat.