Toolvergleiche

ThriveCart oder CopeCart? Kosten, Unterschiede & Gebührenrechner

Du willst deinen Onlinekurs, dein Coaching oder dein digitales Produkt verkaufen und schwankst zwischen ThriveCart und CopeCart? Beide bieten dir einen Checkout mit Order Bumps und Upsells, trotzdem funktionieren sie grundlegend verschieden.

In diesem Vergleich zeige ich dir, was die beiden unterscheidet, was sie dich wirklich kosten und für wen sich welcher Anbieter eignet. Alle Preise habe ich im September 2026 auf den Seiten der Anbieter geprüft.

Das Wichtigste in 30 Sekunden:

  • CopeCart ist ein deutscher Reseller (Merchant of Record): keine Grundgebühr, dafür 4,9 % + 1 € pro Verkauf. CopeCart übernimmt Rechnungen, Umsatzsteuer, Mahnwesen und Inkasso.
  • ThriveCart ist ein Checkout, mit dem du im eigenen Namen verkaufst: Lizenz einmalig 495 $ (Lifetime) oder im Abo ab 47 $ im Monat, dazu nur die Gebühren von Stripe oder PayPal. Rechnungen und Steuern bleiben bei dir.
  • Faustregel: Wenig Verkäufe oder keine Lust auf Buchhaltung → CopeCart. Viele Verkäufe und eigene Rechnungsstellung → ThriveCart rechnet sich schneller.

Was ist CopeCart?

CopeCart ist ein deutscher Zahlungsanbieter für digitale Produkte wie Onlinekurse, Coachings, Memberships und Tickets. Laut eigenen Angaben nutzen über 530.000 Verkäufer die Plattform.

Das Besondere: CopeCart arbeitet als Reseller, im Fachbegriff Merchant of Record. CopeCart kauft dein Produkt also ein und verkauft es im eigenen Namen an deine Kunden weiter. Deine Kunden bekommen die Rechnung von CopeCart, du bekommst eine Gutschrift pro Monat statt hunderter Einzelrechnungen. Die Umsatzsteuer für alle EU-Länder und Großbritannien wickelt CopeCart automatisch ab.

Dazu gehören laut CopeCart:

  • 9 Zahlungsmethoden, darunter PayPal, Kreditkarte, Apple Pay, Google Pay und Klarna
  • Ratenzahlung und Buy-Now-Pay-Later
  • automatisches Mahnwesen und Inkasso ohne Zusatzkosten
  • Order Bumps, Upsells und One-Time-Offers
  • Abos und Memberships sowie ein Mitgliederbereich (CopeMember) für die automatische Auslieferung
  • ein Affiliate-System mit automatischer Provisionsabrechnung

Wer lieber im eigenen Namen verkauft, kann das bei CopeCart über CopeCart Pro tun. Dann bist du selbst Vertragspartner deiner Kunden und übernimmst die rechtliche Verantwortung, zahlst laut CopeCart aber reduzierte Gebühren. Die genauen Konditionen nennt CopeCart auf Anfrage.

Was ist ThriveCart?

ThriveCart ist ein Checkout-System aus Neuseeland. Du erstellst damit Bestellseiten mit Order Bumps, Upsells, Downsells, Ratenzahlungen und Abos und verbindest sie mit deinem eigenen Stripe- oder PayPal-Konto. Du verkaufst immer im eigenen Namen: Die Rechnung kommt von dir, und auch Umsatzsteuer und eRechnung sind deine Aufgabe.

ThriveCart selbst nimmt keine Gebühr pro Verkauf. Du zahlst die Lizenz und die Gebühren deines Zahlungsanbieters. Das Backend und das Hilfecenter sind auf Englisch, die Bestellseiten für deine Kunden kannst du auf Deutsch einstellen.

ThriveCart: Abo oder Lifetime? (Stand September 2026)

ThriveCart gibt es inzwischen in zwei Varianten: im Abo und weiterhin mit Einmalzahlung (Lifetime). Der große Unterschied liegt im Kursbereich.

AboLifetime (Einmalzahlung)
PreisStandard: 47 $ im Monat oder 444 $ im Jahr
Pro+: 87 $ im Monat oder 804 $ im Jahr
Standard: 495 $ einmalig
Pro+: zusätzlich 295 $ im Jahr, im ersten Jahr also 790 $
Checkout, Order Bumps, Upsells✔✔
Kursbereich ThriveAcademy✔ inklusive✘ laut ThriveCart nicht enthalten
Alter Kursbereich Learn/Learn+wird Ende 2026 eingestelltwird Ende 2026 eingestellt
eRechnungnur über Zusatztoolsnur über Zusatztools
Gebühr pro Verkauf0 %, nur Stripe oder PayPal0 %, nur Stripe oder PayPal

Alle Preise in US-Dollar zzgl. Umsatzsteuer, geprüft auf thrivecart.com und den ThriveCart-Kaufseiten.

Kurz gesagt: Mit der Lifetime-Lizenz kaufst du heute nur noch den Checkout. Wenn du damit Onlinekurse verkaufst, planst du am besten eine eigene Kursplattform wie Memberspot oder Coachy ein. Für die eRechnung brauchst du in beiden Varianten ein externes Tool.

Beim Geld ist Lifetime trotzdem stark. Verkaufst du einen Kurs für 789 € im Jahr 22 Mal, zahlst du bei ThriveCart Lifetime einmalig 495 $ und danach nur die Gebühren von Stripe (ab 1,5 % + 0,25 €, also rund 266 € im Jahr). Mit ablefy Sell sind es rund 804 € im Jahr. Dazu kommen bei ThriveCart aber noch die Kosten für Kursplattform und Rechnungstool.

Meine Einordnung: ThriveCart Lifetime ist ein günstiger Checkout für Fortgeschrittene, die ihren Kurs woanders hosten, viel verkaufen und Rechnungen und Buchhaltung selbst im Griff haben. Für Einsteiger und alle, die alles aus einer Hand wollen, empfehle ich ablefy oder Memberspot bzw. Coachy mit einem Zahlungsanbieter. Den ganzen Vergleich findest du in meinem Beitrag Die 6 besten Onlinekurs-Plattformen im Vergleich.

Der größte Unterschied: Reseller oder Verkauf im eigenen Namen

Die Entscheidung zwischen ThriveCart und CopeCart ist vor allem eine Entscheidung zwischen zwei Modellen:

  • Reseller (CopeCart): Du gibst Rechnungen, Umsatzsteuer, Mahnungen und Zahlungsausfälle ab. Dafür zahlst du eine höhere Gebühr pro Verkauf und bist in deinem Checkout nicht alleiniger Vertragspartner.
  • Eigener Name (ThriveCart): Du bist Vertragspartner deiner Kunden und zahlst deutlich weniger pro Verkauf. Dafür kümmerst du dich selbst um Rechnungen, eRechnung und Umsatzsteuer, in der Regel mit einem zusätzlichen Tool.

Wie die beiden Modelle genau funktionieren, erkläre ich ausführlich im Kostenvergleich ThriveCart, ablefy & Digistore24.

Kosten im Vergleich (Stand September 2026)

CopeCartThriveCart LifetimeThriveCart Abo
Grundgebührkeineeinmalig 495 $47 $ im Monat oder 444 $ im Jahr
Gebühr pro Verkauf4,9 % + 1 €keine, nur Stripe (ab 1,5 % + 0,25 €) oder PayPal (ab 2,49 % + 0,35 €)keine, nur Stripe oder PayPal
Rechnungen & Umsatzsteuerübernimmt CopeCartmachst du selbst (eRechnung nur über Zusatztools)machst du selbst (eRechnung nur über Zusatztools)
Mahnwesen & Inkassoinklusivemachst du selbstmachst du selbst
KursbereichMitgliederbereich CopeMembernicht enthaltenThriveAcademy inklusive
Support & OberflächeDeutschEnglischEnglisch

Rechenbeispiel: Onlinekurs für 789 €, 22 Verkäufe im Jahr

Wie im Kostenvergleich rechne ich mit einem Onlinekurs für 789 €, der 22 Mal im Jahr verkauft wird. Das sind 17.358 € Umsatz.

  • CopeCart: 4,9 % von 789 € sind 38,66 €, plus 1 € = 39,66 € pro Verkauf. Mal 22 ergibt das 872,52 € im Jahr, jedes Jahr. Rechnungen und Steuern sind damit erledigt.
  • ThriveCart Lifetime mit Stripe: 12,09 € pro Verkauf, also rund 266 € im Jahr. Im ersten Jahr kommen einmalig 495 $ dazu, ab dem zweiten Jahr bleiben nur die rund 266 €. Dazu kommen ein Tool für Rechnungen und eRechnung und eine Kursplattform.
  • ThriveCart Abo Standard mit Stripe: 444 $ im Jahr plus rund 266 € Stripe-Gebühren, dafür inklusive Kursbereich ThriveAcademy.

⚠️ Die Beispiele dienen als Orientierung. Je nach Zahlart (zum Beispiel Klarna oder Ratenzahlung) können die Gebühren abweichen.

Rechne mit deinen eigenen Zahlen: Im Gebührenrechner siehst du sofort, ab wann sich welcher Anbieter lohnt.

Gebührenrechner: Was kostet dich dein Verkauf?

Gib den Preis deines Produkts und die geplanten Verkäufe pro Jahr ein. Der Rechner zeigt dir die jährlichen Kosten der Anbieter im Vergleich.

Den Rechner gibt es auch als eigene Seite

Umsatz im Jahr: 17.358 €

    So rechnet der Rechner
    • ThriveCart Lifetime: Stripe mit 1,5 % + 0,25 € pro Zahlung (Standardkarten aus dem EWR, Premium- und UK-Karten sind teurer). Die Lizenz kostet einmalig 495 $ und ist nicht eingerechnet, weil sie in US-Dollar abgerechnet wird. Rechnungen, eRechnung und Kursplattform brauchst du zusätzlich.
    • ablefy Sell: 27 € im Monat, 2,7 % + 0,50 € je Standardzahlung und 0,4 % für die automatische Rechnungsstellung.
    • ablefy Create & Sell: wie Sell, aber ab 59 € im Monat (bis 150 Mitglieder), dafür mit Kursbereich.
    • Digistore24: Marge vom Bruttopreis: 7,9 % + 1 € für den Preisanteil bis 400 €, 4,9 % für den Anteil darüber (bei Vorkasse 2,9 %). Keine Grundgebühr, Rechnungen und Umsatzsteuer übernimmt Digistore24. Beispiel von Digistore24: Produkt für 800 € per Kreditkarte = 52,20 €.
    • CopeCart: 4,9 % + 1 € pro Verkauf, keine Grundgebühr, Rechnungen und Umsatzsteuer übernimmt CopeCart.

    Die Prozente werden vom Bruttopreis (inkl. MwSt.) berechnet. Die Mehrwertsteuer selbst ist keine Gebühr, sie fällt bei allen Anbietern an.

    Nicht eingerechnet, weil sie nur in Einzelfällen anfallen: Aufschläge für Klarna, Kauf auf Rechnung oder Ratenzahlung (ablefy + 2,9 % + 0,50 €), Gebühren bei Rückgaben und Rücklastschriften (Digistore24 z. B. 1 € pro Rückgabe, 12 bis 50 € pro Rücklastschrift), PayPal-Gebühren, Auszahlungsgebühren (Digistore24 per PayPal 2 %, per SEPA kostenlos) sowie Kosten für eine Kursplattform.

    Stand September 2026, geprüft auf den Preisseiten und im Hilfe-Center der Anbieter. Die Ergebnisse dienen als Orientierung.

    Funktionen im Vergleich

    Beim Verkaufen selbst liegen die beiden Anbieter nah beieinander: Beide bieten Order Bumps, Upsells, Ratenzahlungen, Abos und ein Affiliate-System. Die Unterschiede liegen im Drumherum:

    • Zahlarten: CopeCart bietet 9 Zahlungsmethoden inklusive Klarna und Buy-Now-Pay-Later direkt an. Bei ThriveCart hängen die Zahlarten davon ab, was du in Stripe und PayPal aktivierst.
    • Rechnungen: Bei CopeCart ist die Rechnung automatisch erledigt, weil CopeCart der Verkäufer ist. Bei ThriveCart brauchst du für eine eRechnung ein externes Tool, zum Beispiel über eine Anbindung an deine Buchhaltung. Mehr dazu in meinem Beitrag ThriveCart und die eRechnung.
    • Zahlungsausfälle: CopeCart holt ausstehende Raten mit Mahnwesen und Inkasso ein. Bei ThriveCart kümmerst du dich selbst darum.
    • Kursbereich: CopeCart liefert Kurse über den eigenen Mitgliederbereich CopeMember aus. ThriveCart enthält einen Kursbereich nur noch im Abo (ThriveAcademy). Mit der Lifetime-Lizenz brauchst du eine eigene Kursplattform wie Memberspot.
    • Datenschutz: CopeCart ist ein deutsches Unternehmen. ThriveCart speichert die Daten in den USA, bietet aber einen AV-Vertrag an. Details findest du in Ist ThriveCart DSGVO-konform?

    Für wen eignet sich was?

    CopeCart passt zu dir, wenn …

    • du gerade startest und keine festen Kosten haben willst,
    • du Rechnungen, Umsatzsteuer und Mahnungen komplett abgeben möchtest,
    • du Ratenzahlung und Klarna ohne eigenen Aufwand anbieten willst,
    • du deutschsprachigen Support bevorzugst.

    ThriveCart passt zu dir, wenn …

    • du regelmäßig verkaufst und die Gebühr pro Verkauf niedrig halten willst,
    • du im eigenen Namen verkaufen möchtest und Rechnungen ohnehin über ein Buchhaltungstool laufen,
    • du bereits eine Kursplattform hast oder das Abo mit ThriveAcademy nutzt,
    • dich eine englische Oberfläche nicht stört.

    Du suchst eine Lösung dazwischen? ablefy kann beides: Verkauf im eigenen Namen für 2,7 % + 0,50 € oder als Reseller gegen Aufpreis. Alle Details stehen in meinem ablefy Guide, einen Überblick über weitere Anbieter findest du bei den ablefy-Alternativen.

    Fazit: ThriveCart oder CopeCart?

    CopeCart ist die bequemere Wahl: keine Grundgebühr, keine Rechnungen, keine Umsatzsteuer-Meldungen, Mahnwesen inklusive. Dafür zahlst du bei jedem Verkauf 4,9 % + 1 €, und das jedes Jahr aufs Neue.

    ThriveCart ist die günstigere Wahl, sobald du regelmäßig verkaufst, vor allem mit der Lifetime-Lizenz. Dafür bleibt die Buchhaltung bei dir, und für Kursbereich und eRechnung brauchst du meist weitere Tools. Ich sehe ThriveCart deshalb eher als günstigen Checkout für Fortgeschrittene.

    Häufige Fragen

    Was kostet CopeCart?

    CopeCart hat keine Grundgebühr. Pro Verkauf zahlst du 4,9 % + 1 € (Stand September 2026). Wer im eigenen Namen über CopeCart Pro verkauft, zahlt laut CopeCart reduzierte Gebühren, die Konditionen gibt es auf Anfrage.

    Ist CopeCart günstiger als ThriveCart?

    Bei wenigen Verkäufen ja, weil CopeCart keine Grundgebühr hat. Je mehr du verkaufst, desto teurer werden die 4,9 % + 1 € pro Verkauf. Bei einem Kurs für 789 € und 22 Verkäufen im Jahr zahlst du bei CopeCart rund 873 € im Jahr, bei ThriveCart Lifetime ab dem zweiten Jahr nur rund 266 € Stripe-Gebühren. Mit dem Gebührenrechner oben kannst du deine eigenen Zahlen prüfen.

    Muss ich bei CopeCart selbst Rechnungen schreiben?

    Nein. Als Reseller stellt CopeCart die Rechnungen an deine Kunden aus und wickelt die Umsatzsteuer ab. Du bekommst einmal im Monat eine Gutschrift. Bei ThriveCart schreibst du die Rechnungen selbst, meist mit einem Zusatztool.

    Kann ich CopeCart mit einer Kursplattform verbinden?

    Ja. CopeCart hat mit CopeMember einen eigenen Mitgliederbereich, lässt sich aber auch mit Kursplattformen wie Memberspot oder Coachy verbinden. Einen Überblick findest du im Vergleich der Onlinekurs-Plattformen.

    Was ist der Unterschied zwischen CopeCart und Digistore24?

    Beide arbeiten als Reseller ohne Grundgebühr. Digistore24 berechnet 7,9 % + 1 € für den Preisanteil bis 400 € und 4,9 % für den Anteil darüber, CopeCart 4,9 % + 1 € auf den ganzen Preis. Rein rechnerisch ist CopeCart damit immer etwas günstiger: bei einem Produkt für 300 € um 9 €, ab 400 € um 12 € pro Verkauf. Ausnahme: Bei Zahlung per Vorkasse berechnet Digistore24 für den Anteil über 400 € nur 2,9 %.

    Weiterführende Ressourcen

    📖 ThriveCart, ablefy & Digistore24: Kosten im Vergleich

    📖 ablefy Alternativen im Vergleich

    📖 Der große ThriveCart Guide

    📖 Onlinekurs-Plattformen im Vergleich

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