Du startest gerade mit 1:1-Coachings oder Beratungen und fragst dich, welche Tools du dafür wirklich brauchst? Die gute Nachricht: Für den Anfang reichen vier. Ein Tool für Termine, eines für Videocalls, eines für Rechnungen und ein einfaches Formular. Alles andere, also Kursplattform, Funnel oder Checkout mit Upsells, kommt später.

In diesem Beitrag zeige ich dir, welche Tools ich dafür empfehle, worauf du beim Datenschutz achten solltest und wie es danach weitergeht: vom 1:1 zu deinem ersten eigenen Programm. Den großen Überblick, wie du dein Onlinebusiness Schritt für Schritt aufbaust, findest du in meinem Beitrag Onlinebusiness aufbauen: Erst Kunden, dann Tools.

Das Wichtigste in 30 Sekunden:

  • Terminbuchung: Calendly kann besonders viel rund um Follow-ups. Wer Wert auf deutsche Server legt, schaut sich meetergo oder Zeeg an. TidyCal ist dank Einmalzahlung günstig.
  • Videocalls: Zoom oder Google Meet. Hast du schon Google Workspace, ist Meet ohne Zusatzkosten dabei.
  • Rechnungen: Lexware Office (für Gründerinnen 6 Monate kostenlos) oder sevdesk.
  • Danach: Wenn du den Schmerz deiner Kundinnen verstanden hast, starten viele direkt mit einem Beta-Launch, noch bevor es ein Freebie gibt.

Dein 1:1-Setup auf einen Blick

WofürMeine EmpfehlungKosten zum Start
TerminbuchungCalendly, meetergo, Zeeg oder TidyCalmeetergo und Zeeg mit kostenlosem Einstieg, TidyCal per Einmalzahlung
VideocallsZoom oder Google MeetMeet ist in Google Workspace enthalten
Rechnungen & BuchhaltungLexware Office oder sevdeskLexware Office 6 Monate kostenlos für Gründerinnen, sevdesk kostenlos bis 3 Rechnungen im Monat
BewerbungsformularGoogle Forms oder Tallykostenlos

Zum Bewerbungsformular und warum es sich lohnt, Interessentinnen vor dem Gespräch ein paar Fragen zu stellen, habe ich in Onlinebusiness aufbauen mehr geschrieben.

Terminbuchung: Welches Tool, und ist es DSGVO-konform?

Ein Terminbuchungs-Tool spart dir das E-Mail-Pingpong. Deine Interessentin sieht deine freien Zeiten, bucht ihr Kennenlerngespräch und bekommt automatisch eine Bestätigung mit dem Link zum Videocall. Weil dabei Namen und E-Mail-Adressen verarbeitet werden, lohnt sich ein Blick auf den Datenschutz.

ToolDatenschutzStark bei
CalendlyServer in den USA. Calendly ist nach dem EU-US Data Privacy Framework zertifiziert und bietet einen AV-Vertrag an. DSGVO-konform nutzbar, aber nicht automatisch: AV-Vertrag abschließen, in der Datenschutzerklärung nennen und auf deiner Website nur mit Einwilligung einbinden.Follow-ups und Automationen rund um deine Termine, sehr viele Einstellungen
meetergoDeutscher Anbieter, Server in Frankfurt, AV-Vertrag laut Anbieter in jedem TarifDatensichere Alternative mit kostenlosem Einstieg, auf Wunsch mit Formularen und Videocalls
ZeegDeutscher Anbieter, gehostet in DeutschlandSchlanke Alternative zu Calendly, kostenloser Einstieg
TidyCalEinen öffentlichen AV-Vertrag habe ich nicht gefunden. Frag vor dem Einsatz beim Anbieter nach.Einmalzahlung statt Abo, hält die monatlichen Kosten am Anfang niedrig

Mein Tipp zur Terminbuchung

Ich mag Calendly sehr, weil man rund um Follow-ups so viel machen kann. Selbst nutze ich TidyCal, weil es nur eine Einmalzahlung kostet. Gerade am Anfang hält das die monatlichen Kosten niedrig. Ist dir Datenschutz besonders wichtig, oder arbeitest du mit sensiblen Themen, nimm ein Tool mit Servern in Deutschland wie meetergo oder Zeeg.

Und egal, welches Tool: Verlinke deine Buchungsseite, statt sie als Widget einzubetten. Dann werden beim Besuch deiner Website noch keine Daten an den Anbieter übertragen, sondern erst, wenn jemand wirklich einen Termin bucht.

Videocalls: Zoom oder Google Meet?

Zoom

  • Bewährt und stabil, kennen fast alle deine Kundinnen.
  • AV-Vertrag ist in den Nutzungsbedingungen enthalten.
  • EU-Rechenzentren lassen sich in den Einstellungen festlegen.
  • Zoom ist nach dem EU-US Data Privacy Framework zertifiziert.

Google Meet

  • Keine Zusatzkosten, wenn du schon Google Workspace nutzt.
  • AV-Vertrag nimmst du in der Admin-Konsole von Google Workspace an.
  • Datenregion EU lässt sich einstellen.
  • Gilt für die Bezahlversion von Workspace, nicht für ein privates Google-Konto.

Meine Empfehlung: Nimm, was du schon hast. Hast du Google Workspace, reicht Google Meet völlig. Sonst ist Zoom die bewährte Wahl. Den passenden Baustein für deine Datenschutzerklärung bekommst du zum Beispiel bei eRecht24.

Rechnungen & Buchhaltung: Lexware Office oder sevdesk?

Deine ersten Coaching-Kundinnen rechnest du ganz normal per Rechnung ab. Dafür brauchst du kein Kursplattform-System und keinen Checkout, aber ein Tool, das dir Rechnungen, Belege und die Steuer leichter macht.

Lexware Officesevdesk
Zum StartGründeredition: 6 Monate kostenlos mit vollem Funktionsumfang (Paket XL), wenn deine Gründung höchstens 6 Monate zurückliegt oder bis zu 3 Monate in der ZukunftKostenloser Einstieg mit bis zu 3 Rechnungen im Monat
DanachAb 7,90 € im Monat, komplette Buchhaltung mit EÜR und Umsatzsteuer-Voranmeldung ab 21,90 €Rechnungs-Tarif ab 12,90 € im Monat
eRechnungXRechnung und ZUGFeRD laut Vergleichsseiten erst im XL-Tarif (32,90 €)Schon im günstigsten Rechnungs-Tarif
Besonders gutÜbersichtlich, Zugang für deine Steuerberatung, Bankkonten lassen sich verbindenWenn du vor allem Rechnungen schreibst und früh eRechnungen brauchst

Preise laut Anbieter- und Vergleichsseiten, Stand Oktober 2026. Bitte vor der Buchung beim Anbieter prüfen.

Mein Tipp zu Rechnungen

Ich mag Lexware Office sehr: Es ist übersichtlich, meine Steuerberatung hat direkten Zugriff und die Konten sind verbunden. Gründest du gerade, nimm die 6 kostenlosen Monate der Gründeredition mit. sevdesk ist aber genauso eine gute Wahl.

Denk an die eRechnung: Verkaufst du an Unternehmen, brauchst du ab 2027 bzw. 2028 eRechnungen. Wann das für dich gilt, liest du in meinem Beitrag ThriveCart und die eRechnung.

Und wie bezahlen deine Kundinnen?

Für die ersten 1:1-Pakete reicht oft eine Rechnung mit Überweisung. Möchtest du Zahlungen online annehmen, vielleicht auch in Raten, oder später Gruppenprogramme und Onlinekurse verkaufen, lohnt sich ein Zahlungsanbieter. Welche Plattform zu dir passt, findest du mit meinem kostenlosen Plattform-Finder heraus, und was dich ein Verkauf jeweils kostet, zeigt dir der Gebührenrechner.

Vom 1:1 zu deinem ersten Programm

1:1 ist kein Umweg, sondern die beste Vorbereitung auf deinen ersten Launch. In deinen Coachings lernst du den echten Schmerz deiner Kundinnen kennen: ihre Fragen, ihre Worte, ihre Einwände. Du merkst, welche Fragen immer wieder kommen. Genau daraus entsteht später dein Programm.

Viele, die ich kenne, gehen danach nicht erst den langen Weg über Freebie und Funnel, sondern starten direkt mit einem Beta-Launch: kleine Gruppe, das Programm entsteht gemeinsam mit den ersten Teilnehmerinnen. Wie das funktioniert, erkläre ich in meinem Beitrag zur Launch-Planung.

Dein erster Launch ist nicht dazu da, dich reich zu machen.

Auch mit 5 bis 10 Teilnehmerinnen lernst du beim ersten Launch unglaublich viel: was deine Zielgruppe wirklich will, wie du dein Programm verbesserst, welche Worte auf deiner Verkaufsseite und in deinen Mails ankommen und was in deinem Live-Event funktioniert. Genau damit bereitest du deinen nächsten Launch vor, und der wird besser.

Deine Checkliste für den 1:1-Start

  • ✅ Terminbuchungs-Tool eingerichtet, Buchungsseite verlinkt statt eingebettet
  • ✅ Zoom oder Google Meet mit AV-Vertrag und EU-Einstellungen
  • ✅ Rechnungstool gewählt, Gründer-Angebote genutzt
  • ✅ Bewerbungsformular für Kennenlerngespräche
  • ✅ Impressum und Datenschutzerklärung, auch für Instagram & Co. (zum Beispiel mit eRecht24)
  • ✅ Alle Tools in deiner Datenschutzerklärung aufgeführt
  • ✅ Die Fragen und Worte deiner Kundinnen notiert, für dein späteres Programm

Häufige Fragen zu Tools für 1:1-Coachings

Ist Calendly DSGVO-konform?

Calendly lässt sich DSGVO-konform nutzen, aber nicht automatisch. Die Daten liegen auf Servern in den USA. Calendly ist nach dem EU-US Data Privacy Framework zertifiziert und bietet einen AV-Vertrag an. Du schließt den AV-Vertrag ab, nennst Calendly in deiner Datenschutzerklärung und bindest es auf deiner Website nur mit Einwilligung ein. Wer das vermeiden möchte, nimmt ein Tool mit Servern in Deutschland wie meetergo oder Zeeg.

Brauche ich als Selbstständige einen AV-Vertrag?

In der Regel ja. Sobald ein Tool für dich personenbezogene Daten verarbeitet, zum Beispiel Namen und E-Mail-Adressen bei einer Terminbuchung oder in einem Videocall, brauchst du einen Auftragsverarbeitungsvertrag mit dem Anbieter. Die meisten Anbieter stellen ihn in ihrem Kundenkonto oder in den Nutzungsbedingungen bereit.

Kann ich Google Meet mit einem privaten Google-Konto nutzen?

Technisch ja, für dein Business würde ich es nicht empfehlen. Den AV-Vertrag und die Einstellung zur Datenregion bekommst du mit der Bezahlversion Google Workspace. Hast du die ohnehin, ist Meet ohne Zusatzkosten dabei.

Brauche ich für 1:1-Coachings schon eine Kursplattform?

Nein. Für 1:1 reichen Terminbuchung, Videocall, Rechnungen und ein Formular. Eine Kursplattform brauchst du erst, wenn du Gruppenprogramme oder Onlinekurse verkaufst.

Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung. Für die Details zu Datenschutz und Verträgen in deinem Business wende dich an deine Datenschutz- oder Rechtsberatung.

Du hast Fragen oder möchtest, dass ich dich bei deinem ersten Launch begleite? Dann schreib mir gerne an hello@launchmanagerin.de.