Onlinebusiness aufbauen: Erst Kunden, dann Tools – dein Start in 2 Phasen
Du möchtest dir ein Onlinebusiness aufbauen und weißt nicht, wo du anfangen sollst? Logo, Website, Kursplattform, E-Mail-Tool, Funnel … Auf Instagram und YouTube findest du unzählige Empfehlungen, was du angeblich alles brauchst. Viele Starterinnen verbringen deshalb Monate mit Technik und Design und haben am Ende noch keine einzige Kundin.
Ich bin den umgekehrten Weg gegangen: Ich war auf Instagram aktiv, habe 1:1-Beratungen und Dienstleistungen angeboten und erst danach meine ersten Produkte entwickelt, um skalieren zu können. Genau diesen Weg zeige ich dir in diesem Beitrag, aufgeteilt in zwei Phasen. Er ist nicht der schnellste, den man dir verspricht, aber der zuverlässigste.
Das Wichtigste in 30 Sekunden:
- Phase 1: Kunden vor Tools. Sei dort, wo deine Zielgruppe ist (zum Beispiel Instagram), sprich mit ihr und verkaufe zuerst 1:1-Beratungen oder Dienstleistungen. Logo, Website und Funnel brauchst du dafür noch nicht.
- Phase 2: Freebie, E-Mail-Liste und erstes Produkt. Wenn du die Probleme deiner Zielgruppe verstehst, entwickelst du möglichst schnell ein Freebie. Jetzt brauchst du die ersten Tools.
- Erst höherpreisig, dann Miniprodukt: Starte mit einem höherpreisigen Angebot. Ein Miniprodukt kann parallel entstehen, aber verzettel dich nicht im Produkte-Erstellen.
- Ein Onlinebusiness ist nicht passiv. Es ist ständiges Ausprobieren: Umfragen machen, auf deine Community reagieren, anpassen.
Vorab: Ein Onlinebusiness ist kein passives Einkommen
Bevor wir starten, eine ehrliche Ansage: Verabschiede dich möglichst schnell von der Idee, dass ein Onlinebusiness passiv läuft und du über Nacht reich wirst, ohne etwas dafür zu tun. Das erzählen viele, aber das Gegenteil ist der Fall.
Ein Onlinebusiness ist ständiges Trial and Error und lebt davon, Dinge auszuprobieren. Du musst offen sein, experimentieren, immer wieder Umfragen machen und auf deine Community reagieren. Was heute funktioniert, musst du morgen vielleicht anpassen. Wenn du das von Anfang an weißt, bist du entspannter, wenn etwas nicht sofort klappt. 🧡
Phase 1: Zielgruppe verstehen und erste Kunden gewinnen
In der ersten Phase geht es um genau zwei Dinge: verstehen, was deine Zielgruppe wirklich will, und die ersten zahlenden Kundinnen gewinnen. Konzentriere dich nicht auf Tools und Pipapo. Du musst dich nicht mit Website und Logo aufhalten.
Sei dort, wo deine Zielgruppe ist
Such dir einen Kanal, auf dem deine Zielgruppe unterwegs ist, zum Beispiel Instagram, und sei dort regelmäßig aktiv. Teile dein Wissen, zeig dich und deine Arbeit und komm mit Menschen ins Gespräch. Ein Kanal, den du wirklich bespielst, bringt dir mehr als fünf halbherzig gepflegte.
Du möchtest (noch) nicht auf Social Media? Dann schau dir meine 3 Tipps, deinen Onlinekurs ohne Social Media zu vermarkten an.
Sprich mit deiner Zielgruppe
Das Wichtigste in Phase 1 ist zuzuhören. Nutze Umfragen in deinen Storys, beantworte Nachrichten, frag nach, wo deine Follower gerade stehen und was sie sich wünschen. Notiere dir die Formulierungen, die immer wieder fallen. Genau diese Worte brauchst du später für dein Freebie, deine Angebote und deine Verkaufstexte.
- Welches Problem beschäftigt deine Zielgruppe gerade am meisten?
- Was hat sie schon ausprobiert, und warum hat es nicht geklappt?
- Wofür wäre sie bereit, Geld auszugeben?
Verkaufe zuerst 1:1-Beratungen oder Dienstleistungen
Dein erstes Angebot muss kein Onlinekurs sein. Biete 1:1-Beratungen, Coachings oder Dienstleistungen an. Das hat drei große Vorteile:
- Du verdienst sofort Geld, ohne vorher monatelang ein Produkt zu bauen.
- Du lernst die Probleme deiner Kundinnen aus erster Hand kennen.
- Du findest heraus, was wirklich gebraucht wird, bevor du ein skalierbares Produkt entwickelst.
Lass Interessentinnen sich bei dir „bewerben“, zum Beispiel über ein kurzes Formular mit ein paar Fragen zu ihrer Situation. So bekommst du wertvolle Infos über deine Zielgruppe und sprichst nur mit Menschen, die wirklich zu deinem Angebot passen. Danach folgt ein kostenloses Kennenlerngespräch.
Was du in Phase 1 wirklich brauchst
| Brauchst du | Wofür |
|---|---|
| Ein Profil auf deinem Kanal, z. B. Instagram | Sichtbar sein, Wissen teilen, Gespräche führen |
| Ein Impressum | Pflicht, sobald du dein Profil geschäftlich nutzt, auch ohne eigene Website (mehr dazu unten) |
| Ein Bewerbungsformular, z. B. Google Forms oder Tally | Interessentinnen kennenlernen, bevor ihr sprecht |
| Ein Terminbuchungs-Tool | Kennenlerngespräche ohne E-Mail-Pingpong |
| Rechnungen | Deine ersten Kundinnen ganz normal per Rechnung abrechnen |
Das brauchst du noch nicht: Logo, eigene Website, Kursplattform, Funnel, E-Mail-Automationen oder einen Checkout mit Upsells. All das kommt später, wenn du weißt, was du verkaufst und an wen.
Zu den Formularen: Bei Google Forms liegen die Antworten bei Google. Wenn dir Datenschutz wichtig ist, ist Tally eine Alternative. Das Unternehmen sitzt in Belgien, die Formulardaten werden laut Anbieter in Europa gespeichert, und die kostenlose Version erlaubt unbegrenzt viele Formulare und Antworten. Egal für welches Tool du dich entscheidest: Erwähne es in deiner Datenschutzerklärung.
⚠️ Impressum auch ohne Website
Sobald du dein Instagram-Profil geschäftlich nutzt, brauchst du ein Impressum nach § 5 Digitale-Dienste-Gesetz (DDG). Die Schwelle dafür ist niedrig: Es reicht schon, wenn du deine Dienstleistung bewirbst. Das Impressum muss mit höchstens zwei Klicks erreichbar sein, zum Beispiel über einen Link in deiner Bio. Mehr dazu erklärt eRecht24 zum Impressum auf Instagram.
Phase 2: Freebie, E-Mail-Liste und dein erstes Produkt
Du hast mit deiner Zielgruppe gesprochen, erste Kundinnen begleitet und verstehst jetzt, wo sie der Schuh drückt? Dann ist es Zeit für Phase 2. Jetzt baust du dir etwas auf, das unabhängig von deinen 1:1-Terminen wächst.
Entwickle möglichst schnell ein Freebie
Dein Freebie löst ein kleines, konkretes Problem, das dir in Phase 1 immer wieder begegnet ist. Damit gewinnst du Kontakte für deine E-Mail-Liste, und die gehört im Gegensatz zu deinen Followern dir. Ideen findest du in meinem Beitrag 12 Freebie-Ideen & wie du damit neue Newsletter-Leser gewinnst. Welche Fehler du dabei vermeiden solltest, liest du in Typische Anfängerfehler und dein Freebie wird zum Ladenhüter.
Jetzt brauchst du die ersten Tools
Ab jetzt lohnt sich Technik, weil du weißt, wofür du sie brauchst:
- Ein E-Mail-Marketing-Tool für dein Freebie und deinen Newsletter. Welches zu dir passt, zeigt dir mein Newsletter-Tool-Vergleich.
- Eine Landingpage, auf der sich Interessentinnen für dein Freebie eintragen.
- Eine Willkommens-Sequenz, die neue Kontakte kennenlernen und Vertrauen aufbauen lässt. So geht’s: Freebie-E-Mail-Sequenz für mehr Umsatz und neue Newsletterleser.
- Optional ManyChat, damit deine Follower dein Freebie per Stichwort direkt in den Instagram-Nachrichten bekommen: So füllst du mit ManyChat automatisch deine E-Mail-Liste.
- Später eine Kursplattform und einen Zahlungsanbieter für dein Produkt. Welche Plattform zu dir passt, findest du mit dem kostenlosen Plattform-Finder heraus, was dich ein Verkauf kostet, zeigt dir der Gebührenrechner.
Erst höherpreisig, dann Miniprodukt
Die Frage, die mir oft gestellt wird: Mit einem günstigen Miniprodukt starten oder gleich mit einem höherpreisigen Angebot? Meine Empfehlung: Starte höherpreisig, zum Beispiel mit einem Gruppenprogramm oder einem Onlinekurs mit Live-Begleitung. Ein Miniprodukt kann parallel entstehen, wenn du die Kapazität hast. Verzettel dich aber nicht im Produkte-Erstellen.
Warum? Weil du mit einer kleinen Liste noch nicht viele Verkäufe schaffst. Ein Rechenbeispiel: Für 1.000 € Umsatz brauchst du mit einem Miniprodukt für 27 € schon 38 Verkäufe, mit einem Angebot für 500 € nur 2. Oder wie ich es in der Launch-Planung beschreibe: Je weniger dein Onlinekurs kostet, desto mehr Kontakte brauchst du.
Dazu kommt: Nach Phase 1 hast du schon Vertrauen aufgebaut und weißt, was deine Kundinnen brauchen. Aus deinem 1:1-Angebot wird so am leichtesten ein Gruppenprogramm oder ein Kurs, den du über einen Launch verkaufst. Wie das geht, zeige ich dir in Launch-Planung: So planst du deinen Onlinekurs-Launch. Wann du womit starten musst, rechnet dir der kostenlose Launch-Zeitplan-Rechner aus.
Ausblick: Miniprodukt und Evergreen-Funnel
Läuft dein höherpreisiges Angebot, ist ein Miniprodukt der ideale Einstieg: Es erleichtert neuen Kontakten den ersten Kauf und filtert die Menschen aus deiner Liste, die später auch dein großes Angebot kaufen. Automatisiert in einem Evergreen-Funnel arbeitet es für dich, während du dich um deine Kundinnen kümmerst. Welche Funnel-Arten es gibt, liest du in 3 Funnel-Arten, die du kennen musst.
Deine Checkliste zum Start
Phase 1
- ✅ Einen Kanal ausgewählt, auf dem deine Zielgruppe ist
- ✅ Impressum über den Link in deiner Bio erreichbar
- ✅ Regelmäßig Wissen geteilt, Umfragen gemacht und Nachrichten beantwortet
- ✅ 1:1-Angebot formuliert, Bewerbungsformular und Terminbuchung eingerichtet
- ✅ Erste Kundinnen begleitet und ihre Probleme notiert
Phase 2
- ✅ Freebie zu einem Problem, das immer wieder auftaucht
- ✅ E-Mail-Tool, Landingpage und Willkommens-Sequenz eingerichtet
- ✅ Höherpreisiges Angebot entwickelt und den ersten Launch geplant
- ✅ Miniprodukt nur, wenn Kapazität da ist
Häufige Fragen zum Onlinebusiness-Aufbau
Brauche ich für den Start eine eigene Website?
Nein. In Phase 1 reichen ein gepflegtes Profil auf deinem Kanal, ein Bewerbungsformular und ein Terminbuchungs-Tool. Ein Impressum brauchst du trotzdem, sobald du dein Profil geschäftlich nutzt. Eine Website lohnt sich, wenn du weißt, was du verkaufst und an wen.
Brauche ich ein Logo?
Nicht für den Start. Deine ersten Kundinnen buchen dich wegen deines Wissens und weil sie dir vertrauen, nicht wegen eines Logos.
Soll ich mit einem Miniprodukt oder einem höherpreisigen Angebot starten?
Starte mit einem höherpreisigen Angebot. Mit einer kleinen Liste brauchst du dafür nur wenige Verkäufe. Ein Miniprodukt kann parallel entstehen, wenn du die Kapazität hast, und ist später der ideale Einstieg in einen Evergreen-Funnel.
Kann ich mit einem Onlinebusiness passives Einkommen erzielen?
Rechne nicht damit, über Nacht reich zu werden, ohne etwas dafür zu tun. Ein Onlinebusiness lebt vom Ausprobieren: Umfragen machen, auf deine Community reagieren und anpassen. Funnels und Automationen nehmen dir Arbeit ab, aber nur, wenn du sie vorher aufgebaut hast und weiter pflegst.
Du hast Fragen oder möchtest, dass ich dich bei deinem ersten Launch begleite? Dann schreib mir gerne an hello@launchmanagerin.de.
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